Lo Stato Italiano und auch ein großer Teil der Italiener haben Toleranzprobleme mit ihren sprachlichen und kulturellen Minderheiten, besonders mit den großen, die nicht nur Folklore oder hochgradig vom Erlöschen bedrohte Ethnien sind:
Südtiroler deutscher Sprache, Valdostani, Slowenen und Sarden.
Irgendwie muss denen, besonders in Krisenzeiten, wenn die Regierung in Rom wenig gute Figur macht, die Überlegenheit der römischen und italienischen Kultur gezeigt werden und - wir sind in einem sehr bürokratischen und normenfixierten Land - auch deren Verbindlichkeit. Sozusagen die andere Seite des Menefreghismo, der Wasgehtdasmichan-Stimmung. Dann sind wir auf einmal in Italien heilig Vaterland.
Zugegeben, die „Tirolesi“ können sprachlich manchmal auch nerven, wenn sie gar nicht Italienisch verstehen und sprechen wollen.
Jetzt zurück zur Sache:
36 Tausend Wegweiser zeigen, wie gut die Infrastruktur der Wanderwege in Südtirol ist, die weder vom Stato Italiano noch von der Provinz BZ in die Landschaft gestellt wurden, sondern meist von den Gemeinden und vom Südtiroler Alpenverein, von letzterem als Freiwilligenleistung der Mitglieder.
8 Tausend Orte, Weiler, Einödhöfe, Berge, Bäche, Flüsse und Seen in der heutigen Provinz Bozen bekamen nach 1919 einen italienischen Namen verpasst, den sich der Nationalist Ettore Tolomei schon lange vor dem 1. Weltkrieg ausgedacht hatte, als Südtirol, Trentino und Friaul-Julisch Venetien noch zur k.u.k. Österreichisch-ungarischen Monarchie gehörten. Für Tolomei und Ultranationalisten wie Mussolini sollte die künftige Grenze Italiens nicht an der Sprachgrenze verlaufen, sondern deutlich weiter oberhalb an der Wasserscheide Adria/ Donau und Nebenflüsse.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ettore_Tolomei.
Wenn jetzt noch 300 Tausend topographische Namen vonurstücken, kleinen Wasserläufen und Hügeln dazu kommen sollen, die zwischen 1895 und 1915 eifrigen Tolomei entgangen ssssindn sieht das nach einer sehr umfangreichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aus („lavoro socialmente utile“).
Der Ferienreisende, auch wenn er von mehr als 1000 km weiter südlich angereist kommt wie der aus Maglie (LE) stammende Minister für die Beziehungen zu den Regionen Italiens
http://it.wikipedia.org/wiki/Raffaele_Fitto, ist immer gut beraten, wenn er oder sie sich in den Idiomen fremder Volksstämme kundig und zungenfertig machen, auch wenn die noch so barbarisch sein mögen.
In all seiner Größe ist der jetzige Herrscher über Italien nur mit Julius Cäsar und Kaiser Augustus vergleichbar, auch was seine finanzielle Macht angeht, die Fähigkeit beim Publikum anzukommen, korrupt zu sein und die Gesetze nicht zu achten, sich mit Personen zu umgeben, welche die Füße und Ärgeres leckten.