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Das Salz des Reisens sind die glücklichen Zufälle
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Anif bei Salzburg
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In Schatzdorfers eigenem Stil schildert er Freundschaften, beschreibt er Personen, in teilweise fesselnden Kurzbiografien, aus 30 Lebensjahren im Triestiner Karst und der Stadt Triest. Diese Lebensgeschichten bieten ihm auch die Gelegenheit, die geschichtlichen Eigenheiten, die Zerrissenheit der Menschen dieser Region zu beleuchten.
Darunter auch Lebensgeschichten von Personen, die in kurzen Erwähnungen derselben in früheren Büchern Schatzdorfers vorkommen, wie beispielweise von Bianca, der Köchin und Besitzerin zweier Lokale in Duino, deren Ruhm längst wieder verblasst ist. Oder jene von Don Giorgio, Pfarrer von Duino, Quartiergeber von Schatzdorfer, Ministrant bei der evangelischen Taufe seines Sohnes, der aus einer erzkommunistischen Familie stammt.
Diese evangelische Taufe seines Sohnes in einer katholischen Kirche mit Weihwasser beider Konfessionen, ohne Ziegenblut, wie die „Duinati“, die Einheimischen aus Duino erwartet hätten, ist nur eine von mehreren Geschichten, die aus Schatzdorfers Leben im Karst stammen. Sein 50. Geburtstag, den er in einer Betola (Schank) im Karst feierte, Milleniumsfeier mit Prosecco, Kaviar und zwei Löffeln im nebeligen Hafen von Triest oder, am Beginn des Buches, das Treffen, Essen und Trinken mit Freunden im Hafen in Duino sind weitere Erlebnisse von ihm.
Wirtin, eine ehemalige Partisanen-Anführerin, Schmuggler, Lebenskünstler, Fischer, Straßenbahnfahrer, eigene Erlebnisse mit Studentenfreunden, die in Triest ihre familiären Wurzeln wiederfanden; über 20 Farbfotos zeigen vorgestellten Personen, weitere Stimmungsbilder aus der Region, Bilder der Triestiner Kleiderordnung um 1350, einige Triestiner Rezepte, ein Wörterbuch für den Triestiner Dialekt (das manche italienische Zeile im Buch verständlicher macht, aber nicht alle) und rund 60 Meeresfische, Schalentiere und Muscheln erklärt mit Hinweisen, wann sie am besten schmecken und wie zubereitet, finden sich am Ende des Buches.
„Triestiner Portraits“ ist für mich wie ein logischer zweiter Teil seines Buches „Triest, Portrait einer Stadt“. Beide Bücher sind keine touristischen Schönbücher, sondern Erzählungen über Menschen und einer Region, die eigentlich nicht Italien, aber auch nicht Slowenien darstellen. Dieses Buch ist jedenfalls mit sehr menschlichem Inhalt, bewegend und faszinierend.
Autor: Günther Schatzdorfer, Erschienen im Carinthia Verlag, ISBN 978-3-85378-652-9
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